Alexander „ali“ Métayer – Endureur

Eigentlich hatte alles ganz anders angefangen…

„Aus meinem ursprünglichen Ziel, später einmal Kindern in der Schule Französisch beizubringen und zur sportlichen Ertüchtigung zu motivieren, wurde bislang nichts. Pünktlich zum Abitur wurde aus der DT 80 LC eine XT 600. Statt Staatsexamen gab’s KTM und aus dem potentiellen Pädagogen wurde ein lernwilliger Endurist.

Die Weichen dazu sind früh gestellt worden – bereits auf dem lästig langen Schulweg bemerkte ich, dass dieser sich mit dem Zweirad rascher bewältigen ließ als mit dem Bus. Auch die Uni schien deutlich schneller erreichbar, wenn man die Abkürzung durch den Stuttgarter Stadtwald kannte. Der Bazillus Enduro zeigte Wirkung und ließ mich auch so schnell nicht mehr los, schließlich bedeutete der beherzte Dreh am Gasgriff auf losem Untergrund am frühen Morgen die entscheidenden Minuten mehr im Bett.

Wenngleich mich sportlicher Ehrgeiz beim Motorradfahren vorerst nicht ernsthaft befiel, so lernte ich doch schnell interessante Menschen aus dem Wettbewerbsbereich der Branche kennen. Im Jahr 1994 half ich Norbert Schilcher bei den Vorbereitungen für die Dakar auf einer Honda Dominator. 1996 dann war ich selbst beim großen Wüsten-Spektakel mit von der Partie und unterstützte ein sechsköpfiges deutsches Fahrerteam. Damals mit dabei: Jürgen Mayer, Norbert Schilcher, Stefan Schweitzer, Laurenz Biege, Georg Schlotmann und die später im Autobereich famose Andrea Mayer.

Auch beruflich zog es mich in das weite Umfeld des Motorrads. Was lag also nur schon mal aus geografischer Sicht näher, als sich den Motor Presse Verlag in Stuttgart näher anzuschauen. So organisierte ich in den folgenden Jahren Sicherheits- und Nürburgring-Nordschleifentrainings, bundesweite Wettbewerbe, Messen und sonstige Veranstaltungen für die Zeitschrift Motorrad. Fast wäre dabei die alte Leidenschaft ein wenig zu kurz gekommen, denn nur allzu selten blieb Zeit für einen Abstecher ins „dreckige Gewerbe“ mit dem ebenfalls Dakar-erfahrenen Kollegen Michael Griep, dem Erfinder der Idee „Rally-Touring“ mittels Roadbook.

Im Jahr 2003 sah die Welt jedoch wieder besser aus: Zur mittlerweile x-ten KTM hatte sich zwischenzeitlich noch eine Cagiva Elefant gesellt und Michael hat das Label roadbookTouren gegründet.

Die kommenden zwei, drei Jahre sollten genügen, dann durfte ich das Lebenswerk meines Freundes und Partners übernehmen. Michael hatte schließlich schon 15 Arbeitsjahre Vorsprung.

Ab 2008 folgte dann doch eine kurze und nicht ganz unerfolgreiche „Sportkarriere“. Bei insgesamt drei Teilnahmen bei der BMW GS Trophy habe ich sechs Titel geholt. Unter anderem Sieger Deutschland, Roadbook-König, Sieger Einzylinder, Sieger Zweizylinder und den Gesamtsieg mit dem deutschen Team 2012 in Südamerika. In der Zwischenzeit habe ich im Rahmen der BMW GS Trophy die Seite gewechselt und bin stolz darauf, mit zum Organisationsteam gehören zu dürfen.

Eine Teilnahme bei einem „echten“ Wettbewerb, der Rally Albania 2014, endete auf der alten italienischen Diva mit dem Sieg in der Zweizylinder-Klasse und Gesamtrang 15.

Als kleiner „Werkler“, betreue ich neben meiner Hauptbeschäftigung mit roadbookTouren – denn ja, es gehört doch ein wenig mehr dazu, als nur auf die Mopete zu sitzen – zum einen, Veranstaltungen und Messen der Zeitschrift MO, eine weitere Aufgabe ist die Clubbetreuung bei der Tuning World Bodensee.

Unumwunden allerdings, ist es meine allergrößte Leidenschaft, möglichst viele Motorradfahrer/innen dazu zu motivieren, die Faszination der großartigen Synthese aus Enduro und Reise schmackhaft zu machen. Das erklärt dann wohl auch die gewählte und sehr seltene Berufsbezeichnung des ENDUREURs…“